Philosophie

Die Religion der ich angehöre hat viele Namen: Hexerei, Hexenkunst, Hexentum, Wicca, aber noch so manch andere. Ich bevorzuge vom "alten Weg" oder auch der "alten Religion" zu sprechen. Dies ist aus zwei Gründen so:

  1. Die Form der Religiösität die ich praktiziere, bezieht einen großen Teil der Inspiration aus alten Mythen und Kulturen, die das Christentum überrannt hat. Zwar ist es so, dass wir verschiedene Dinge heute anders sehen als damals, aber trotzdem kann man aus alten Geschichten (auch Märchen) viel lernen und auf heute übertragen.
    Abgesehen davon ist ein weiterer Grund für das "alt", dass ich meinen Glauben bewusst von verschiedenen Strömungen des "New Age" trennen möchte, da sie oft kaum etwas oder gar nichts mit meiner Religion zu tun haben und oft auch unterschiedliche Meinungen und Lehren beinhalten.
  2. Das "Weg" drückt meine Überzeugung aus, dass jede Religion einen Weg zum Göttlichen darstellt. Und wie heißt es so schön: "Viele Wege führen nach Rom." – also auch zum Göttlichen.

Der Kern meiner Religion besteht aus einer ganz einfachen Offenbarung: Das Göttliche manifestiert sich in der Natur ! Darauf fußt unsere gesamte Religion. Das ist der rote Faden, der unseren ganzen Glauben durchzieht (oder es zumindest sollte). Egal wie man das Göttliche nennt oder mit welchen Aspekten davon man auch immer arbeitet: Wir erleben das Göttliche ! Es ist da, wenn wir tanzen, singen, rennen, diskutieren, streiten, weinen, lachen und staunen. Es ist die Luft die wir atmen, ist das Blut, das durch unsere Adern strömt, das Wasser der Flüsse, ist jede Sehne und jeder Knochen unseres Körpers genauso wie jeder Stein und jedes Sandkorn, jede Pflanze und jedes Tier. Das Göttliche ist wirklich Alles.

Wie drückt sich dies nun in der Praxis aus ???
Da jeder von uns das Göttliche ist brauchen wir keine Gurus, Pfarrer, Rabbies, Priester etc. die uns dieses Göttliche erklären. Da jeder Mensch es erleben kann, kann auch jeder seine persönliche, ja intime Beziehung zu ihm Pflegen. Man kann der Gottheit ein Gesicht geben, ja sogar das eigene, und kann es dadurch ehren, dass man ein Leben in Freude und in Harmonie mit der restlichen Existenz führt. Da nämlich alles göttlich und somit heilig ist, ist es nur verständlich auch alles als heilig zu behandeln. Wenn wir dies verinnerlicht haben, dann leben wir wahrhaft im Sinne des Göttlichen.

Und was ist mit Regeln ???

Das ist ja das wunderbar "neue" am alten Weg: Es gibt keine Regeln, a lá tu dies nicht und tu das nicht !!!
Jetzt werden aber einige Hexen ganz doll protestieren: "Was ist denn mit dem Dreiergesetz und der "goldenen Regel" ???

Zum Dreiergesetz:
Es gibt da ein Prinzip, dass sich in den Köpfen vieler Hexen und anderer magisch tätigen Personen eingenistet hat:
"Alles was du aussendest kehrt dreifach zu dir zurück !"
Nunja, das klingt im ersten Moment einfach und einleuchtend. Phyllis Curott nennt es allerdings nicht umsonst das "Bumerang-Klatscher-Prinzip".
Es funktioniert auf Angst und Furcht ! Ich tue dies nicht, weil ich sonst das selbe (dreifach) erleiden muss. Das klingt doch sehr vertraut: Sündigt nicht, sonst werdet ihr hier oder in der Hölle bestraft !!!
Dies ist nichts als ein Fluch, den wir dem Christentum und seinen Brüdern verdanken !!! Es hat nichts mit der Freiheit, der Liebe noch der Würde des alten Weges zu tun !
Und abgesehen davon brauchen wir es einfach nicht in der Hexenreligion: Wie schon oben ausgeführt offenbart sich das Göttliche in allen Dingen. Daher ist es unsere Aufgabe diese Heiligkeit zu schützen und stets an das Heilige in Allem zu denken. Dies bedeutet, dass es einfach der Philosophie der Hexen widersprechen würde andere Menschen, Tiere oder Pflanzen zu quälen oder zu versuchen ihren Willen zu kontrollieren. Statt dessen würden Hexen aber ihre Magie einsetzen, um genau dagegen vorzugehen: "Wahre" Hexen verfluchen durchaus Vergewaltiger oder Väter die ihre Kinder schlagen ! Zwar hängt es vom Temperament der Hexe ab wie dieser Fluch aussieht. Zum Beispiel könnte man den Zorn Kalis oder Nimues heraufbeschwören und sie dann auf den Übeltäter loslassen. Alternativ würde der/die eine z.B. den kinderschlagenden Vater so behexen, dass er nicht die Hand gegen seine Kinder erheben kann ohne von Schmerzen heimgesucht zu werden. Andere würden vielleicht dahin wirken, dass das Jugendamt einschreitet oder sie würden das ganze einfach an z.B. Hekate oder Diana übergeben mit dem Ziel die Kinder zu schützen.


Die "goldene" Regel:
Diese lautet: "Schadet es keinem, tu was du willst !" Doch dies ist nicht mehr als ein Ratschlag für AnfängerInnen, die noch nicht die Anwesenheit des Göttlichen erfahren haben. Denn wie gesagt: Wenn man das Göttliche in sich selbst und seinem Gegenüber erfahren hat, dann wird sich eine lebensbejahende und harmonische Lebensweise von selbst einstellen.

Wie gesagt, dass ist "nur" meine Meinung davon wie unsere Moral aussehen sollte bzw. was eine "wahre" Hexe ausmacht. Allerdings sind mir diese Lichter durch Phyllis Curotts Buch "Spirituelle Magie" aufgegangen.
Aber jede Hexe kann im Endeffekt doch nur von sich reden und wie Lessing schon feststellte, ist der einzige Weg sich "der" Wahrheit anzunähren Kritik und "Infragestellen".



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